#aktiveSchüler:innen
Seit dem Schuljahr 2016/2017 zeichnet der Landesverband Berlin der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB e.V.) politisch engagierte Schüler*innen aus. Die Auszeichnung wird jährlich unter dem Titel #aktiveSchüler:innen vergeben. Wir suchen dafür Schüler*innengruppen oder einzelne Schüler*innen, die sich im schulischen oder außerschulischen Kontext politisch engagiert haben bzw. engagieren.
Berliner Wahlen 2026 – politisch aktiv für Demokratie und Mitbestimmung
Wir suchen Schüler*innengruppen oder einzelne Schüler*innen, die sich im schulischen oder außerschulischen Kontext politisch engagiert haben bzw. engagieren.
Habt ihr euch in eurer Nachbarschaft, in eurem Kiez oder eurem Umfeld politisch, z.B. für unsere Demokratie, Mitbestimmung oder eure Mitmenschen eingesetzt?
Habt ihr z.B. bei Wahlvorbereitungen, Projekten, Diskussionen, Demonstrationen oder anderen politischen Aktivitäten mitgewirkt?
Bewerben können sich die Schüler*innen selber oder sie können von Lehrkräften und Pädagog*innen vorgeschlagen werden.
Wie kann ich Schüler*innen vorschlagen? / Wie bewerbe ich mich?
Eine Kurzbeschreibung des politischen Engagements (ca. 200 Wörter) mit folgenden Aspekten:
Der Preis
Der Preis würdigt das politische Engagement von Berliner Schüler:innen und wird am 27. Juni 2026 verliehen. Er wird seit 2017 durch den Landesverband Berlin der Deutschen Vereinigung für politische Bildung (DVPB) unter Schirmherrschaft der Bildungssenatorin und in Kooperation mit dem Landesschülerausschuss Berlin (LSA) vergeben. Das Preisgeld in Höhe von 200 EUR stellt die DVPB Berlin zur Verfügung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Rückblick auf die Auszeichnungen
2017-2025
#aktiveSchüler:innen 2025

Der Landesverband Berlin der DVPB zeichnete zum neunten Mal in Folge aktive Schüler:innen für ihr politisches Engagement aus. In diesem Jahr lautete das Thema: Überall Krisen, Kriege und Konflikte – politisch aktiv für ein demokratisches Miteinander!
Der Preis wurde am 09.07.2025 in der Landeszentrale für politische Bildung unter der Patenschaft der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und gemeinsam mit dem Landesschüler:innenausschuss (LSA) Berlin übergeben. In diesem Rahmen wurden auch die engagierten Mitglieder des LSA, die dieses Jahr ausscheiden, verabschiedet und geehrt. Besonders erfreut hat uns, dass die Veranstaltung von vielen jungen Menschen, ihren Familien und Lehrkräften besucht wurde.
Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 200 EUR dotiert, welches von der DVPB Berlin zur Verfügung gestellt wurde. Die Jury beschloss neben dem ausgeschriebenen Preis noch zusätzlich zwei Engagementpreise zu vergeben:
Der Hauptpreis ging an 24 Schüler*innen der 6a der Grundschule am Barbarossaplatz für ihre vielseitige Beschäftigung damit, die Erinnerung an das Leben von acht Menschen jüdischen Glaubens, von Berliner*innen und Nachbar*innen, wieder aufleben zu lassen. Die Klasse hat ausführlich recherchiert und organisiert, um am 23. Mai eine Zeremonie zu gestalten, bei der neue Stolpersteine in der Lindauer Straße 8 in Berlin-Schöneberg verlegt wurden, und bei der sogar Nachfahren der Verfolgten aus den USA eingeladen werden konnten. Ein solches Projekt erfordert eine ausführliche Spurensuche und Auseinandersetzung mit der Geschichte vor Ort und mit den Lebenswegen dieser Menschen: Die Schüler*innen haben Biografien gelesen, Stammbäume und Plakate erstellt. Die Verlegungszeremonie und die Gedenkveranstaltung an der Grundschule wurden mit Lesungen, Reden, Musik und Gesprächsrunden ausgestaltet. „Unser Ziel ist es, dass diese Menschen nicht vergessen werden. Wir wollen zeigen, dass sie einmal Teil unserer Nachbarschaft waren – mit ihren Familien, Träumen und Hoffnungen. Es ist uns wichtig, dass so etwas nie wieder passiert“, so die Worte von Pia und Alma. Das Auswahlkomitee war sehr beeindruckt von diesem anspruchsvollen Projekt der Erinnerung, welches einzelne Menschen und ihre Lebenswege würdigt und ihr Fehlen in der Nachbarschaft und der Stadt, die ihr Zuhause war, sichtbar und betrauerbar macht.

Schüler*innen der 6a der Grundschule am Barbarossaplatz
Die PolitiKIDS, zehn engagierte Jugendliche aus dem Wahlpflichtkurs „Mitreden, Mitentscheiden – so funktioniert Demokratie“ der Finow-Grundschule bekam einen der beiden Engagementpreise. Der Kurs hat mit beeindruckender Eigeninitiative die U18-Wahl an ihrer Schule organisiert. Sie haben Informationsmaterialien erstellt, Gespräche geführt, Fragen beantwortet und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler motiviert, ihre Stimme abzugeben.
Ihr Ziel war es: Demokratie erlebbar machen, Mitbestimmung stärken und zeigen, dass jede Stimme zählt, auch vor dem offiziellen Wahlalter. Dass sogar eine benachbarte Grundschule beteiligt war, zeigt, wie weitreichend ihr Engagement gewirkt hat.

Schüler:innen der PolitiKids aus der Finow-Grundschule
Einen weiteren Engagementpreis erhielten die Schülervertreter:innen Karl Schaper, Lilly Beaucamp, Matthis Studtmann, Nina Kobierski und Pauline Berger aus dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf für ihr außergewöhnlich schnelles, wirkungsvolles und solidarisches Handeln im Zuge der haushaltsbedingten Kürzungen im Bildungsbereich. Die Gruppe initiierte einen offenen Brandbrief an den Regierenden Bürgermeister, die Bildungssenatorin und den Finanzsenator von Berlin, um auf die drastischen Folgen der Haushaltssperre für Schüler:innen aufmerksam zu machen. Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihnen, 70 Schülervertretungen aus verschiedensten Bezirken und Schulformen Berlins zu informieren, zu überzeugen und hinter dem Schreiben zu versammeln – eine eindrucksvolle Demonstration demokratischer Selbstorganisation. Ihr Ziel: Die Wiederaufnahme von Klassenfahrten und insbesondere von Gedenkstättenfahrten, wie nach Sachsenhausen oder Auschwitz, die durch die Haushaltssperre abgesagt oder nicht mehr finanziert wurden. Ihr Engagement zielte auf mehr als eine Rücknahme der Kürzungen – es war ein Einsatz für politische Bildung, Erinnerungsarbeit und demokratische Teilhabe.

Schülervertreter:innen Karl Schaper, Lilly Beaucamp, Nina Kobierski und Pauline Berger, Matthis Studtmann
#aktiveSchüler:innen 2024

Preisübergabe durch: Aimo Görne (LSA), Christina Henke (Staatssekretärin SenBJF), Prof. Dr. Sabine Achour (DVPB Berlin) (v.l.n.r.)
Auch in diesem Jahr, zum achten Mal in Folge, zeichnete der Landesverband Berlin der DVPB aktive Schüler:innen für ihr politisches Engagement aus. In diesem Jahr lautete das Thema: „Lokal oder global, vom Kiez bis in die Welt – Wie habt ihr euch im letzten Jahr engagiert?“.
Der Preis wurde am 25.06.2024 in der Landeszentrale für politische Bildung unter der Patenschaft der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und gemeinsam mit dem Landesschüler:innenausschuss (LSA) Berlin übergeben. In diesem Rahmen wurden auch die engagierten Mitglieder des LSA, die dieses Jahr ausscheiden, verabschiedet und geehrt. Besonders erfreut hat uns, dass die Veranstaltung von vielen jungen Menschen besucht wurde.
Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 200 € dotiert, welches von der DVPB Berlin zur Verfügung gestellt wurde. Die Jury beschloss neben dem ausgeschriebenen Preis noch zusätzlich zwei Engagementpreise zu vergeben:
Der Hauptpreis ging an die FioRa-AG („Fichte ohne Rassismus“) des Fichtenberg-Gymnasiums für ihr vielfältiges und wirkungsvolles Engagement gegen Rechtsextremismus und für Demokratie, Toleranz und Vielfalt. Die AG ist in einer Gremien-Struktur organisiert mit gewählten Schüler:innen aus allen Klassen aller Jahrgangsstufen. Sie ist dabei aktiv in vielen Formaten, wie Projekttagen, Informationsveranstaltungen, Netzwerktreffen, Filmabenden und Patenschaften. Besonders hat sich die AG mit einer Aktion dieses Jahr hervorgetan: Nach Bekanntwerden des „Potsdamer Geheimtreffens“ und aufgrund des steigenden Zuspruchs rechtsextremer Kräfte hat die AG eine Demonstration mit dem Titel „Schule gegen rechts – 1933 soll im Geschichtsbuch bleiben“ organisiert und im ganzen Bezirk und anderen Schulen beworben. 2000 Menschen sind gemeinsam gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen.
Die Schüler:innen der “AG Gemeinsam gegen Diskriminierung“ des Max-Planck-Gymnasiums gewannen einen Engagementpreis für ihren Einsatz gegen Antisemitismus. Die AG hat mit einem Stolperstein ihre klare Haltung für die Demokratie, für das Erinnern und gegen Hass zum Ausdruck gebracht. Sie würdigten die Lebensleistung der Familie Krotoczynski, erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus und halten die Erinnerung an die Opfer und ihrer Lebensgeschichten aufrecht. Bei der Verlegung des Stolpersteins traf die Schulgemeinschaft die Familienangehörigen, die für diesen Anlass aus den USA angereist waren. Mit viel Ausdauer und Empathie gestaltet die AG seit Jahren vielfältige Projekte, in denen sie und ihre Mitschüler:innen sich mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen befassen und dabei gleichzeitig ihren Blick kritisch in die Vergangenheit richten.
Einen weiteren Engagementpreis erhielt Kira Bazilevskaia vom Gymnasium am Europasportpark. Kiras Engagement zeichnet sich besonders durch ihre vielfältigen Aktivitäten und ihre hohe Selbstständigkeit aus. Schwerpunkt ihres Engagements ist, dass sie auf die katastrophale humanitäre Lage in der Ukraine aufmerksam macht. Gleichzeitig setzt sich Kira umfassend für LGBTQ+-Initiativen aus Osteuropa ein. Sie hat zu beiden großen Themen an vielen politischen Aktion teilgenommen und an zahlreichen Hilfsprojekten und Initiativen, wie Kundgebungen und Spendensammlungen, mitgewirkt.

Hauptpreis: FioRa-AG („Fichte ohne Rassismus“) des Fichtenberg-Gymnasiums

Engagementpreis: “AG Gemeinsam gegen Diskriminierung“ des Max-Planck-Gymnasiums

Engagementpreis: Kira Bazilevskaia vom Gymnasium am Europasportpark
#aktiveSchüler:innen 2023
Auch in diesem Jahr, zum siebten Mal in Folge, zeichnete der Landesverband Berlin der DVPB aktive Schüler:innen für ihr politisches Engagement aus. In diesem Jahr lautete das Thema: „Lokal oder global, vom Kiez bis in die Welt – Wie habt ihr euch im letzten Jahr engagiert?“.
Der Preis wurde am 11.07.2023 in der Landeszentrale für politische Bildung unter der Schirmherrschaft der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und gemeinsam mit dem Landesschüler:innenausschuss (LSA) Berlin übergeben. In diesem Rahmen wurden auch die engagierten Mitglieder des LSA, die dieses Jahr ausscheiden, verabschiedet und geehrt. Besonders erfreut hat uns, dass die Veranstaltung von vielen jungen Menschen besucht wurde.

Ausscheidende Mitglieder des Landesschüler:innenausschusses wurden von geehrt und verabschiedet
Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 200 EUR dotiert, welches von der DVPB Berlin zur Verfügung gestellt wurde. Die Jury beschloss neben dem ausgeschriebenen Preis noch zusätzlich vier Anerkennungspreise zu vergeben:
Der Hauptpreis ging an die Organisator:innen der Klimakonferenz der Sophie-Scholl-Schule für ihr kreatives und innovatives Engagement im Bereich Umweltschutz und demokratische Schulkultur. Das Team hat eine Klimavollversammlung organisiert, die allen Schüler:innen ihrer Schule die Möglichkeit bot, sich mittels Expert:innenvorträgen differenziert und kritisch mit der Situation in Ländern des Globalen Südens, Spendenaktionen und der klimapolitischen Lage in Berlin auseinanderzusetzen. Im Anschluss stimmten alle Schüler:innen über Forderungen bezüglich ihrer eigenen Schule ab und verhandelten dabei Themen aus ihrem Schulalltag, wie z. B. veganes Mensaessen und Regelungen von Fehlzeiten während Klimademos.
Die Jury war begeistert von der durchgehend demokratischen und partizipativen Gestaltung und dem innovativen Konzept, das definitiv ein Vorbild für andere Schulen sein kann.

Die Organisator:innen der Klimakonferenz der Sophie-Scholl-Schule wurden mit dem Hauptpreis #aktiveSchüler:innen 2023 ausgezeichnet.
Die Schüler:innen der Courage-AG des Goethe-Gymnasiums gewann einen Anerkennungspreis für ihre Spendensammlung für die Ukraine. Gemeinsam mit der Willkommensklasse überlegten die Schüler:innen der Courage-AG, über welche Geschenke sich die Schüler:innen in der Ukraine besonders freuen würden. Die Courage-AG übernahm die Annahme, das Sortieren und Verpacken der Geschenke und baute mit Hilfe des Städtepartnerschaftvereins Kontakt zu zwei Schulen in Charkiw auf, die die Geschenke zu Weihnachten und Neujahr an die Schülerschaft verteilten.
Für die Zukunft sind weitere Aktionen und Projekte geplant, um den Kontakt mit beiden ukrainischen Schulen auszubauen und Freundschaften über die Grenzen hinweg zu knüpfen. Beispielsweise möchte die Courage-AG online Gespräche über Europa initiieren.

Das Engagement der Schüler:innen der Courage-AG des Goethe-Gymnasiums Lichtenberg wurde mit einem Anerkennungspreis gewürdigt.
Einen weiteren Anerkennungspreis erhielten die Auszubildenden zur medizinischen Fachangestellten der Klasse M112 des Oberstufenzentrums Gesundheit 1 für ihr Projekt „von Azubis für Azubis – Ideen zur Verbesserung der Ausbildungsbedingung.“ Die Klasse setzte sich differenziert und kritisch mit den Ausbildungsbedingungen auseinander und entwickelte aus ihren Ideen und Erfahrungen ein komplexes Projekt, dass zum einen den Peer-Ansatz verfolgt, zum anderen aber auch in die Arbeitswelt hinein wirkt. Unter anderem haben die Azubis eine Praxis-Börse für Ausbildungsplätze initiiert sowie eigene Qualitätskriterien entwickelt, die sie im Siegel „bester Ausbilder“ zusammenfassen. Zusätzlich formulieren sie konkrete Umsetzungsempfehlungen. Ihre umfangreiche Arbeit hat bereits zu ersten Erfolgen geführt. So stehen die Azubis in einem intensiven Austausch mit der Ärztekammer.

Auszubildende der Klasse M112 des OSZ Gesundheit I erhielten einen Anerkennungspreis für ihre kritische Auseinandersetzung mit Ausbildungsbedingungen.
Anton Hagenbruch vom Humboldt-Gymnasium erhält einen Anerkennungspreis für seine weitsichtigen und vielschichtigen Projekte, die durch den Krieg in der Ukraine dringend benötigt wurden. Anton gründete ein Patenprogramm an seiner Schule, dass es Schüler:innen aus Regelklassen sowie Willkommensklassen erleichtert, sich kennenzulernen. Zudem interviewte er acht ukrainische Schüler:innen, die ihre Geschichte von ihrem Leben vor dem Krieg, am Tag des Angriffs durch Russland und von ihrer Flucht mit ihm teilten. Auf diese Weise entstanden acht wertvolle Zeitzeugenberichte. Die Projekte von Anton zeichnen sich durch eine hohe Eigeninitiative und Empathie aus.

Anton Hagenbruch vom Humboldt-Gymnasium wurde für Engagement für ukrainische Schüler:innen mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet.
Die Jury zeichnete zudem Henry Thomas, Marie-Jolie Wollradt, Nora Leyla Jordan und Erika Rosenfeld von der Johanna-Eck-Sekundarschule mit einem Anerkennungspreis aus. Sie haben sich auf vielfältige Weise politisch und zivilgesellschaftlich in ihrer Schule und im Bezirk gegen Antisemitismus und Rassismus engagiert. Die Schüler:innen arbeiten regelmäßig und engagiert im Kinder- und Jugendparlament mit, wo sie viel diskutieren sowie eigene Anträge schreiben und diese in den jeweils beratenden Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung einbringen. Zudem hat Erika gemeinsam mit Marie-Jolie einen bemerkenswerten Beitrag zur Ausstellung „Sechzehn Objekte – 70 Jahre Yad Vashem“ geleistet und Marie-Jolie hat eine beeindruckende Recherchearbeit zum Thema „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Wohnen hat Geschichte“ beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eingereicht. Darüber hinaus zeigen alle fünf Schüler:innen als Johanna Botschafter:innen, wie gelebte Zivilcourage in der alltäglichen Praxis funktioniert.

Schüler:innen der Johanna-Eck-Sekundarschule nahmen einen Anerkennungspreis für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus und gelebte Zivilcourage entgegen.
#aktiveSchüler:innen 2022
Auch in diesem Jahr, zum sechsten Mal in Folge, zeichnete der Landesverband Berlin der DVPB aktive Schüler:innen für ihr politisches Engagement aus. In diesem Jahr lautete das Thema: „Lokal oder global, vom Kiez bis in die Welt – Wie habt ihr euch im letzten Jahr engagiert?“.
Nach mehreren digitalen Preisverleihungen wurde der Preis am 28.06.2022 endlich wieder persönlich im Rahmen einer Tagung zum Thema „Demokratie, Mitbestimmung und politische Bildung an Berliner Schulen“ in der Landeszentrale für politische Bildung unter der Schirmherrschaft der Senatorin Astrid-Sabine Busse übergeben und die Möglichkeit genutzt die beeindruckenden Projekte einem breiteren Publikum vorzustellen.
Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 200 EUR dotiert, welches von der DVPB Berlin zur Verfügung gestellt wurde. Die Jury beschloss neben dem ausgeschriebenen Preis noch zusätzlich zwei Engagementpreise zu vergeben:
Der Hauptpreis ging an Elena Kalbitzer, eine Schülerin des Schiller-Gymnasiums, für ihr vielfältiges Engagement innerhalb und außerhalb der Schule, in dem sie sich sowohl lokalen als auch globalen Themen widmet. Als Mitglied des Kinder- und Jugendparlaments Charlottenburg-Wilmersdorf engagiert sie sich auf Ebene des Bezirks insbesondere für das Thema Inklusion an Charlottenburger Schulen. Innerhalb der Schule hat sie als Mitglied der AG Politik im schulischen Rahmen diverse Projekte initiiert. So z.B. eine Open Space-Veranstaltung zur Bundestagswahl 2021, bei der Elena maßgeblich für die Vorbereitung und Durchführung mitverantwortlich war. Ebenfalls als Mitglied der AG Politik hat sie sich mit Beginn des Ukraine-Krieges dafür eingesetzt, dass das Schiller-Gymnasium mehrere Spendenaktionen zugunsten ukrainischer Geflüchteter durchgeführt hat. Außerhalb von Schule und Bezirk hat Elena im November 2021 an der Fachtagung zur „Umsetzung und Weiterentwicklung der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung“
teilgenommen und aus Schüler:innen-Perspektive einen Beitrag zur Weiterentwicklung von BNE als Querschnittthema in der Schule geleistet. Zudem hat sie 2020 im Rahmen des „Action Camp for Global Change“ der Jugendorganisation YoungCaritas einen Programmierworkshop für Frauen sowie 2021 im Rahmen desselben Programms einen Workshop zu den Nachhaltigkeitszielen der UN konzipiert und durchgeführt.
Die Jury war begeistert davon, mit wie viel Initiative und Engagement Elena sich für die vielfältigen Themen einsetzt.

Preisträgerin Elena Kalbitzer (Dritte von rechts) mit der Jury und Thomas Duveneck von der Senatsverwaltung für Bildung (Driter von links)
Für ihr Engagement ausgezeichnet wurde die Schüler:innengruppe des OSZ Gesundheit 1 – Carl-Legien-Schule. Die Schüler:innen erhielten den Engagementpreis für ihr Umweltprojekt „Umweltschutz ist Gesundheitsschutz – Umwelt und Gesundheit gehören zusammen!“
Die Schüler:innen fühlten sich durch die Beschäftigung mit ihrem eigenen ökologischen Fußabdruck motiviert sich selbst für die Umwelt einzusetzen. Dafür entwickelten sie Umweltschutzmaßnahmen, die sie an ihrer Schule direkt umsetzen können und erstellten daraus eine praktische Checkliste. Diese Checkliste hat zwei tolle Folgen: Die Schüler:innen können sie zum einen in ihren eigenen Alltag und Berufsalltag mitnehmen. Und zum anderen an ihre Mitschüler:innen weitergeben.
Um sie möglichst weit zu verbreiten, haben die Schüler:innen ihre Ergebnisse in Form eines Plakatwettbewerbs in der Schule ausgestellt. Darüber hinaus organisieren die Schüler:innen momentan eine Messe zum gleichen Thema in ihrer Schule und veröffentlichen ihre Ergebnisse in einer Umweltzeitung.

Einige der insgesamt 90 Preisträger:innen des OSZ Gesundheit 1 (Carl-Legien-Schule) nahmen die Auszeichnung entgegen
Die Jury zeichnete das Redaktionsteam des Eckener Gymnasiums ebenfalls mit einem Engagementpreis aus für ihre Sonderausgabe der Schülerzeitung „Zeppelin.“
Darin berichtet das Team kreativ, kontrovers und kritisch über lokale sowie globale Themen. Sie setzten sich nicht nur mit weltweiten Problemen, wie der Klimakrise und Umweltschutz auseinander, sondern informieren auch über aktuelle Debatten in ihrer Stadt, wie dem Thema der Vergesellschaftung von Wohnungen.
Außerdem erklärten sie darin den Aufbau des politischen Systems, stellten historische Bezüge her und setzten sich ausführlich mit der Bundestagswahl auseinander. Dabei gelingt es ihnen ihre Schulgemeinschaft aktiv in den Redaktionsprozess einzubeziehen und zur Partizipation zu ermutigen, indem sie auch die U18 Wahl thematisierten.
Die Jury war begeistert von der Vielfalt der politischen Themen, der Qualität der Berichterstattung und der kreativen Umsetzung der Schülerzeitung.

Einige der ausgezeichneten Schüler:innen des Eckener-Gymnasiums nahmen den Engagementpreis entgegen
#aktiveSchüler:innen 2021
#aktiveSchüler:innen 2021: Felix Scharnowski – Grüner Campus Malchow
Felix Scharnowski ist Schüler der 11. Klasse des Grünen Campus Malchow. Während des Lockdowns hat er ein sehr ambitioniertes Projekt auf die Beine gestellt: Gemeinsam mit seiner Lehrerin hat er auf dem schuleigenen YouTube-Kanal („gcmvideo“) ein eigenes Format entwickelt, in dem Lehrinhalte auf anschauliche Art und Weise aufbereitet werden. So hilft Felix aktiv dabei, das Homeschooling näher auf die Bedürfnisse der Schüler:innen abzustimmen und schlägt damit eine wichtige Brücke zwischen Lehrer:innenschaft und Schüler:innenschaft. Wer sich die Videos anschaut, erkennt sofort, wie viel Arbeit, Herzblut und auch technische Expertise darin steckt.
Mit diesem tollen Projekt leistet Felix einen wichtigen Beitrag für den Ausbau von schüler:innenzentrierten digitalen Bildungsangeboten und engagiert sich dabei nicht nur für die Bedürfnisse seiner Mitschüler:innen, sondern lässt auch andere Interessierte profitieren, da die Videos offen zugänglich sind.

Franziska Alberts & Felix Scharnowski
Engagementpreis: 7b Fichtenberg Gymnasium
Die Klasse 7b hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, ein Kinder- und Jugendparlament im Bezirk Steglitz-Zehlendorf aufzubauen. Den Schüler:innen ist es gelungen, die Unterstützung ihrer Schulgemeinschaft für ihr Vorhaben zu gewinnen. Dafür haben sie erfolgreich ihren Antrag durch die schulinternen Gremien gebracht und zudem einen eigenen Vorschlag für eine Geschäftsordnung erarbeitet, diskutiert und abgestimmt. Die Schüler:innen konnten die Linksfraktion der BVV Steglitz-Zehlendorf überzeugen ihren Antrag in die BVV einzubringen – und das alles unter Pandemiebedingungen!
Die Klasse hat sich konsequent für mehr Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an der Politik in ihrem Bezirk eingesetzt und auf dem Weg zahlreiche Hürden gemeistert. Wir sind begeistert von dem unbeirrten Einsatz für politische Mitbestimmung trotz der widrigen Umstände des letzten Jahres! Daher verleihen wir der Gruppe einen Engagementpreis.
Engagementpreis: Kurt-Schwitters-Schule
Solidarität zeigen und Geflüchteten auch oder vor allem in Zeiten von Corona unterstützen! Unter diesem Ansinnen steht das Engagement der Gruppe der Kurt-Schwitters-Schule. Dafür haben die Schüler*innen eine Kleider-Spendenaktion durchgeführt und einen Flohmarkt organisiert. Den Erlös haben sie an lesvos solidarity sowie einen Teil der Kleidung an Organisationen in Berlin gespendet.
Wir sind berührt von ihrem Einsatz und das Engagement der Schüler:innen zeigt deutlich, dass es auch in Zeiten einer Pandemie möglich ist, sich für geflüchtete Menschen einzusetzen. Dafür verleihen wir den Schüler*innen einen Engagementpreis.

Kleiderspendenaktion Geflüchtete
Engagementpreis: Diversity Task Force – Nelson-Mandela-Schule
Dass Schüler:innen-Engagement gegen Diskriminierung auch während Corona erfolgreich sein kann, beweist die Diversity – Task – Force der Nelson – Mandela – Schule. Die von Schüler:innen geleitete Gruppe plant und führt selbstständig Projekte zum Thema Diversity für die Schüler:innenschaft, aber auch für das Kollegium und die Elternschaft durch. U.a. haben sie rund um den Black History Month Online – Workshops für Grundschulklassen organisiert und mithilfe einer Instagram – Kampagne vorbereitet. Ein weiteres Ziel der Gruppe ist es, eine Black History Class in den Lehrplan der Schule zu integrieren, um so die Inhalte auch fest zum Bestandteil des Curriculums zu machen. Insgesamt ergibt sich ein Bild eines nachhaltigen Engagements, das beweist, dass es auch auch unter schwierigen Umständen möglich ist, mithilfe von digitalen Medien für gesellschaftspolitische Themen zu sensibilisieren.
IG Friedenstaube – Otto-Nagel-Gymnasium
In bereits mehr als 40 Projekten hat sich die Interessengemeinschaft Friedenstaube schon für eine nachhaltigere und gerechtere Gesellschaft sowie mehr Gleichberechtigung an und außerhalb ihrer Schule eingesetzt. Dabei hat sie auf eindrucksvolle Art und Weise vorgemacht, wie ein solches Engagement auch zu Corona-Zeiten erfolgreich fortgesetzt werden kann: Durch Formate in Teilpräsenz und den Einsatz digitaler Tools konnten mit einzelnen Klassen, ganzen Jahrgängen oder auch der gesamten Schule Projekte und Workshops weiterhin durchgeführt werden. Die Arbeit der Schüler:innen, Bundesfreiwilligen und Studierenden erfolgt dabei selbstständig in einem “Lehrer:innen-freien” Raum.
Exemplarisch für dieses Vorgehen steht das digitale Stolperstein-Projekt, dass die Interessengemeinschaft Friedenstaube im Februar 2021 mit dem 7. Jahrgang der Schule durchführte: Unter dem Motto “Gemeinsam gegen das Vergessen” suchten die Siebtklässler:innen des Otto-Nagel-Gymnasiums Stolpersteine in ihrer Umgebung auf, um digital ein Zeichen gegen Antisemitismus und für Toleranz zu setzen.
Die Jury zeigt sich beeindruckt von der enormen Flexibilität der Interessengemeinschaft sowie der Art und Weise, wie sie ihr Engagement trotz aller Umstände erfolgreich fortgeführt hat.

Die IG Friedenstaube des Otto-Nagel-Gymnasiums
Nachhaltigkeitskonferenz „Slow & Fair Fashion“ – Beethoven-Gymnasium
“Nachhaltiger Konsum: Slow & Fair Fashion” – so lautete das Thema der Nachhaltigkeitskonferenz 2020 des Beethoven-Gymnasiums. Die für den 10. Jahrgang verpflichtende Konferenz wurde von der Schüler:innenvertretung und der Fachschaft Politik organisiert. Zum einen wurde in Form von Workshops und Panels die Problematik des “Hyperkonsums” und der nicht fairen und nachhaltigen Modeindustrie aufgezeigt, zum anderen wurde nach konstruktiven Lösungsansätzen gesucht. Die zahlreichen und interdisziplinär agierenden Expert:innen wurden z.T. per Video hinzugeschaltet.
Die Jury zeigt sich beeindruckt von der Professionalität der Organisierenden, die diese Veranstaltung flexibel an die pandemiebedingte Situation angepasst haben – ohne dass der Erfolg der Veranstaltung beeinträchtigt wurde.

Das Organisationsteam der Nachhaltigkeitskonferenz zum Thema „Nachhaltiger Konsum: Slow & Fair Fashion“
#aktiveSchüler:innen 2020
Bereits zum vierten Mal zeichnete der Landesverband Berlin der DVPB aktive Schüler_innen für ihr politisches Engagement aus. In diesem Jahr lautete das Thema: „Politisch aktiv für Nachhaltigkeit im schulischen oder außerschulischen Kontext für den Klimaschutz und eine nachhaltige Gesellschaft!“
Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Preis nicht wie geplant im Berliner Rathaus verliehen werden, sondern wurde am 16.06.2020 im Rahmen einer Videokonferenz unter Schirmherrschaft der Senatorin Sandra Scheeres übergeben.
#aktiveSchüler_innen2020: Das Klimaschutzprojekt der August-Sander-Schule
Die berufsvorbereitende Klasse „Umwelt und Technik“ der August-Sander-Schule hat sich auf die Fahnen geschrieben, die eigene Schule klimagerechter zu gestalten und sich damit als Umwelt- und Klimaschule beworben.
Wer die Bewerbungsunterlagen durchsieht, erkennt, dass die Schüler_innen das Thema in ihrem Projekt in verschiedenen Facetten sowie auf unterschiedlichen Ebenen erarbeitet und – vor allem – umgesetzt haben.
Besonders gefallen hat der Jury die Umsetzung der Klimacheckliste, die dafür sorgt, dass es klare Verantwortliche für den Klimaschutz in jedem Raum gibt. Mit der Klimaschutzkonferenz in der Schule hat das Projektteam die Mitschüler_innen am Projekt beteiligt. Eine in den Augen der Jury beeindruckende weitere Facette des Projekts sind die Klimaexpert_innen, die die Mitschüler_innen schulen und das Klimaspiel erarbeitet haben. Insgesamt ergibt sich das Bild eines systematischen und nachhaltigen Projekts, das den Klimaschutz in vielen Facetten in den Blick nimmt.

Die berufsvorbereitende Klasse „Umwelt und Technik“ der August-Sander-Schule hat sich auf die Fahnen geschrieben, die eigene Schule klimagerechter zu gestalten und sich damit als Umwelt- und Klimaschule beworben.
#aktiveSchüler_innen2020: Hannah Pirot
Hannah ist 16 Jahre alt und hoch engagiert in mehreren AGs von Fridays for Future. Besonders hat uns beeindruckt mit wie viel Engagement, Zeit und Leidenschaft sie sich bei Fridays for Future einbringt, Forderungen mitformuliert und mit medialem Einsatz dem Anliegen eine wichtige und relevante Stimme verleiht – hinter der Kamera, auf Social Media und mit Presseanfragen! Vielleicht habt ihr sie daher schon auf Podiumsdiskussionen mit der Politik oder im Deutschlandfunk gehört.
Hannah engagiert sich mit ganzem Körpereinsatz für den Klimaschutz. In einer Tanzkompanie entwickelten sie ein Tanztheaterstück, das sich vor allem mit den Folgen des Klimawandels beschäftigt. Aufgeführt wurde das Stück dann bei dem „UN Sustainable Development Goals – Global Festival of Action“.
Welchen Einfluss Fridays for Future auf das gesellschaftliche und politische Bewusstsein für Klimaschutz im vergangenen Jahr hatte, ist beeindruckend und solch engagierten jungen Menschen wie Hannah zu verdanken!

Hannah Pirot als Rednerin bei einer Fridays-for-Future-Demonstration
Engagementpreis: Umwelt AG der Kurt-Schwitters-Schule
Schwerpunkt des Engagements der Umwelt-AG der Kurt-Schwitters-Schule bildet die nachhaltige Gestaltung des schulischen Lebens So haben sich die Mitglieder u.a. intensiv mit dem energiekonzept ihrer Schule auseinandergesetzt und nach Möglichkeiten der Verbesserung gesucht. Ein weiteres aktuelles Projekt ist das selbständige Trennen und Recyceln des Papiermülls der einzelnen Klassen. Außerdem konnte die AG durchsetzen, dass in der Schulkantine nun jeden Montag ein veganes Menü angeboten wird. Das langfristige Ziel soll eine Erweiterung dieses Angebots sein. Die engagierte Debatte über diese Änderung des Speiseplans innerhalb der Schüler_innenschaft zeigt, dass durch solche Aktionen eine aktive Diskussionskultur und das Hinterfragen eigener Gewohnheiten angestoßen werden kann.
Engagementpreis: Grundschule am Barbarossaplatz
Ziel der Nachhaltigkeits- und Koch-AG der Barbarossa Grundschule ist ein langfristiges und ganzheitliches Umdenken.
Ganzheitlich, weil die Schüler_innen Umweltschutz in verschiedenen Bereichen entdecken, wie der bewussten Verwendung von Lebensmitteln beim Kochen, der Wiederverwendung von Reststoffen und der Werkstatt, der Erstellung von Nachhaltigen Sportgeräten und der inhaltlichen Beschäftigung mit vielen Umweltschutzthemen. Insgesamt erfahren die Kinder dadurch das Thema Umweltschutz spielerisch und aktiv handelnd und erfahren dadurch wie sie selbst eigenverantwortlich am Umweltschutz teilhaben
#aktiveSchüler:innen 2019
DVPB zeichnet zum dritten Mal politisch aktive Schülerinnen und Schüler aus Schirmherrin ist auch in diesem Jahr die Bildungssenatorin Sandra Scheeres
Am 18. Juni 2019 wurde zum dritten Mal der Preis #aktiveSchülerInnen des Landesverbandes Berlin der DVPB unter der Schirmherrschaft der Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) an Schülerinnen und Schüler, die sich in der schulischen oder außerschulischen politischen Bildung engagieren, verliehen. Das Motto der diesjährigen Auszeichnung war: „Aktiv für barrierefreie Teilhabe und Chancengleichheit“.
Vorgeschlagen werden konnten die Schülerinnen und Schüler von Lehrkräften, Sozialarbeiter*innen, Sonderpädagog*innen, Erzieher*innen, aber auch von ihren Mitschüler*innen.
Verliehen wurde in diesem Jahr ein Haupt- und zwei Sonderpreise. Die Jury, die aus Migliedern der DVPB Berlin bestand, wählte die Gruppe “Queer it up“ der Evangelischen Schule Berlin Zentrum für den Hauptpreis aus. Sie hat sich das Ziel gesetzt das Thema sexuelle Vielfalt an Schulen sichtbar zu machen, sodass sexuelle Identität an ihrer Schule frei und ohne Angst vor Diskriminierung ausgelebt werden kann.

Preisträger*innen „Queer it up“ bei der Verleihung von #aktive Schüler*innen 2019
#aktiveSchüler:innen 2018
Nach den tollen Einreichungen im Vorjahr hat sich die DVPB Berlin entschieden auch im Jahr 2018 politisch aktive Schüler_innen auszuzeichnen.
Am 03. Juli 2018 wurde daher zum zweiten Mal die Auszeichnung #aktiveSchülerInnen2018 des Landesverbandes Berlin der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB e.V.) unter Schirmherrschaft der Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) verliehen.
Ausgezeichnet wurden Schülerinnen und Schüler, die sich im schulischen oder außerschulischen Kontext politisch engagiert haben bzw. engagieren. In diesem Jahr stand die Auszeichnung unter dem Motto: für Vielfalt, gegen Rassismus und Diskriminierung.
Vorgeschlagen werden konnten die Schülerinnen und Schüler von Lehrkräften, Sozialarbeiter*innen, Sonderpädagog*innen, Erzieher*innen, aber auch von ihren Mitschüler*innen.
Entschieden hat eine Jury aus Mitgliedern der DVPB Berlin, die als politische Bildner_innen in der Schule und Hochschule aktiv sind.

Gruppenfoto bei der Preisverleihung #aktiveSchüler_innen2018 mit Preisträger_innen und Jury
Die Preisträger:innen
Zunächst wollen wir euch Seray Özcan, Vanessa Peiler, Wandi Phaensombun, Anastasia Kaszuba und Samet Özen von der Sekundarschule Wilmersdorf vorstellen. Die Schüer_innen engagieren sich in besonderer Weise für das Thema “Sexuelle Vielfalt”. Sie haben sich dieses Jahr, wie auch in den vergangenen Schuljahren, sehr für die Rechte von LSBTI* Menschen eingesetzt, indem sie mit unterschiedlichen Aktionen an ihrer Schule auf die Probleme von LSBTI* Menschen aufmerksam gemacht haben. So z.B. haben sie Regenbogenkuchen gebacken und verkauft und die Einnahmen an Maneo e.V. gespendet, um die Opfer homophober Gewalttaten zu unterstützen. An dem jährlich an der Schule stattfindenden „Tag der sexuellen Vielfalt“ führten die Schüler*innen für ihre Mitschüler*innen einen Workshop zum Thema Homosexualität durch. Zudem organisierten und gestalteten sie ein Kochprojekt mit dem Titel „Eat&Great – diversity is soulfood“ in Kooperation mit Maneo e.V. und Alnatura. Außerdem wird in diesem Jahr erneut der Zusatzkurs Politik und Wirtschaft (11./12.) des Beethoven-Gymnasiums ausgezeichnet. Damit wollen wir vor allem die kontinuierliche Arbeit der Schüler_innen und ihres Lehrer Phil Elsen würdigen. Auch in diesem Jahr haben sie sich viel einfallen lassen, um ein Thema in den Fokus zu rücken, das ihnen sehr wichtig ist. Mathilda Dyffcke, Yannik Heinze, Simon Eichmann, Jurek Stricker, Julian Danielson, Maxim Branscheid und Vincent Elitez widmeten sich in einem Dreischritt aus Sehen – Urteilen – Handeln den Themen Kinderarmut und mangelnder Chancengleichheit im reichen Deutschland. Aus der Erkenntnis, dass das Ausmaß der Problematik in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, folgten Besuche bei einer Ausgabestelle der Tafel, eine Ausstellung im Beethoven-Gymnasium, eine Pfandsammelaktion und letztlich ein bewegendes Video, der eindringlich die momentane Situation vor Augen führt. Das Ergebnis des Projekt: Ein Treffen mit Angela Merkel, Berichterstattung in den Medien und der Gewinn des deutschsprachigen Wettbewerbs zur politischen Bildung.
Levi Klausnitzer engagiert sich aktiv auf vielfältigen Ebenen sowohl an seiner eigenen Schule, dem Lise Meitner OSZ und vielen weiteren Schulen, als auch in unterschiedlichen außerschulischen Bereichen. In der SV engagiert sich Levi mit konkreten Aktionen für die Reduktion von Trans*phobie im schulischen Kontext. Außerdem ist er Mitglied der AG gegen Diskriminierung und für Vielfalt, welche zuletzt eine Bilderausstellung eröffnet hat, die diskriminierende Sprache aufdeckt und ersetzt durch inklusive Sprache. Levis Schwerpunkt auf queerer Sichtbarkeit und Empowerment wird auch in seinem außerschulischem Engagement in dem Projekt queer@school deutlich, in dem er als Teamer Workshops zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt an Schulen in Berlin gibt. Außerdem leitet Levi eine eigene Gruppe, deren Ziel es ist, LSBTIQ*-Lebensweisen zu unterstützen, das binäre Geschlechtersystem zu hinterfragen und das Recht auf freie Persönlichkeitsentwicklung und Meinungsäußerung zu repräsentieren. Nebenbei ist er Teamer im Verein Youth for Understanding, in welchem er Schüler*innen in interkulturellen Kompetenzen stärkt, ist Mitglied im Bündnis gegen die AfD und einer feministische Jugendgruppe.
Heute stellen wir euch Selma Schuches vor. Sie hat seit mehreren Jahren einen herausragenden Anteil an der Förderung von Demokratiebildung und Stärkung der politischen Bildung außerhalb und innerhalb des Unterrichts an ihrer Schule, dem Herder-Gymnasium. Im Rahmen der Politik-AG und als Vertreterin in diversen schulischen Gremien vertritt sie erfolgreich Schüler*inneninteressen und organisierte Veranstaltungen zu politischen Fragestellungen und Ereignissen, wie der Bundestagswahl 2017. Während ihrer Zeit als leitende Redakteurin der Schülerzeitung setzte sie sich gegen Geschlechterdiskriminierung ein, machte sich stark für die Verwendung geschlechtergerechter Sprache und befasste sich journalistisch mit Fragen der Gleichberechtigung.
Den Anfang macht Judith Susanna Wamser. Schwerpunkt ihres Engagement bildet ihre Schule , das Albert-Einstein-Gymnasium in Britz. Sie übernimmt Verantwortung in institutionellen Gremien wie beispielsweise als Schulsprecherin und Mitglied des Bezirksschüler*innenausschuss sowie für die inhaltliche Gestaltung von Angeboten der Politischen Bildung an ihrer Schule. Sie initiierte gemeinsam mit ihrem Schüler*innensprecher*innen-Team einen jährlichen Aktionstag zum Thema Diskriminierung und Rassismus, an dem die gesamte Schüler*innenschaft zwischen Workshops wählen konnte. Neben der Planung und Durchführung des “Amnesty International Briefmarathons” zur Aufklärung über Menschenrechte, rief sie eine Klassen-/Kurs- und Jahrgangssprecher*innen-Fahrt ins Leben, in deren Rahmen den Schüler*innen Möglichkeiten aufgezeigt werden sollen, wie sie den Ort Schule aktiv politisch mitgestalten können.
#aktiveSchüler:innen 2017
Erstmals wurde in diesem Jahr, am heutigen 18. Juli 2017, die Auszeichnung #aktiveSchülerInnen des Landesverbandes Berlin der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB e.V.) unter Schirmherrschaft der Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) verliehen.Ausgezeichnet wurden Schülerinnen und Schüler, die sich im schulischen oder außerschulischen Kontext politisch engagiert haben bzw. engagieren. In diesem Jahr stand die Auszeichnung unter dem Motto: für Vielfalt, gegen Rassismus und Diskriminierung.
„Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir mit den gesellschaftspolitischen Heraus-forderungen der Gegenwart umgehen sollen. Als DVPB haben wir uns dabei vorgenommen, das soziale und politische Engagement der Schülerinnen und Schüler in den Blick zu nehmen und zu würdigen“, erklärt
Prof. Dr. Sabine Achour, Vorsitzende des Landesverbandes Berlin der DVPB, das Motiv für das Ausloben der Auszeichnung #aktiveSchülerInnen2017.
In diesem Jahr wird es sowohl Haupt- als auch Sonderpreise für Einzelpersonen und Arbeitsgemeinschaften geben.
„Wir sind beeindruckt von dem Engagement für Vielfalt, gegen Rassismus und Diskriminierung der vorgeschlagenen Schülerinnen und Schüler. Wir können von diesen jungen Menschen viel lernen“, beschreibt Steve Kenner, stellvertretender Vorsitzender der DVPB in Berlin, das Engagement der Preisträger*innen .
Im Folgenden möchten wir die Chance nutzen die Preisträger*innen der Auszeichnung #aktiveSchülerInnen2017 kurz vorzustellen:
Hauptpreisträger:innen:
Katja Almstedt (Ruth-Cohn-Schule, OSZ Sozialwesen)
Die Berufsschülerin Katja Almstedt, nahm sich dem Schicksal eines afghanischen Mitschülers aus einer Willkommensklasse an. Sie traf sich mehrfach mit ihm und bezog ihn in ihre (familiäre) Freizeitgestaltung mit ein. Sie unterstützte ihn auch bei der Wohnungssuche.
Katja Almstedt ist aber nicht nur individuell sozial engagiert, sie betreibt auch aktiv politische und historische Bildung. Unter anderem engagierte sie sich in der Arbeitsgemeinschaft Gedenktag gegen das Vergessen für die Opfer des Nationalsozialismus in Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Außerdem organisierte sie Lesungen im Themenfeld Antisemitismus. Darüber hinaus initiierte Katja Almstedt eine Newsletter für interessierte Mitschülerinnnen und Mitschüler. Mit diesem Newsletter informierte sie über politische Bildungsangebot und spannende Veranstaltungen.
Doch neben diesem Engagement hier in Berlin erlangte Katja Almstedt auch bundesweit Bekanntheit durch ihre Solidaritätsaktion mit der Berlinerin Irmela Mensah-Schramm. Mensah-Schramm hat es sich zur Aufgabe gemacht rassistische und menschenfeindliche Grafitis, Sticker, usw. aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. Sie entfernt Sticker und übermalt rassistischer Grafitis. Im Jahr 2016 kam es zu einem Verfahren gegen Mensah-Schramm wegen Sachbeschädigung. Katja Almstedt startete kurz darauf eine Petition als Solidaritätsbekundung mit Irmela Mensah-Schramm. Dabei sammelte sie über 40.000 Unterschriften.
Kampf gegen Rassismus AG
Hanna, Ilayda, Noelle, Joel und Milena
Die Kampf gegen Rassismus AG des Fichtenberg Gymnasiums ist sowohl eine soziale Willkommens-AG als auch eine politische Antirassismus-AG.
Die AG hat sich aus der Zugehörigkeit zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler haben bereits mehrfach Projekttage an ihrer Schule organisiert und dabei unter anderem Workshops zum Themenfeld Rassismus an ihre Schule geholt. Sie sind selbstbestimmt und selbstorganisiert aktiv und setzen sich für eine rassismuskritische Perspektive an ihrer Schule ein. Sie beobachten in besonders sensibler Weise rassistische Vorkommnisse im Schulalltag und entwickeln Strategien, wie man dagegen aufklärerisch vorgehen kann, indem sie das Gespräch suchen und Institutionen besuchen, die sie bei ihrem Vorgehen beraten können. Sie schreiben Aufsätze in der Schülerzeitschrift, unter anderem zum Thema „Vormundschaft für Geflüchtete übernehmen“. Einige Schülerinnen und Schüler der KageRa beteiligten sich auch immer wieder an Demonstrationen, um ihre Solidarität mit Geflüchteten zum Ausdruck zu bringen.
Die KageRa hat sich am Fichtenberg Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf als ein Baustein des Schulprinzips politische Bildung etabliert und hat Vorbildcharakter.
Doch die Schülerinnen und Schüler sind nicht nur politisch aktiv. Sie kümmern sich auch intensiv um die Willkommensschüler*innen der Schule, indem sie Freizeit- und Nachhilfeangebote machen und durchführen. Ebenso versuchen sie ein Patensystem für die Willkommensschüler*innen aufrecht zu erhalten, d.h., sie versuchen weitere Schüler*innen zu motivieren, die neuen Sprachlernschüler*innen zu begleiten und das monatlich stattfindendes AntiRa-Café zu besuchen, ein Ort des Austausches, Kennenlernens und Spielens.
Ihnen ist es vor allem zu verdanken, dass die Integration der Willkommensschüler*innen weitgehend gelungen ist und sie begreifen dies als fortwährende Aufgabe ihrer AG.
Sonderpreisträger:innen:
Almira (Grundschule an der Peckwisch)
Politisches Engagement lebt vom beherzten Einsatz wacher Bürger*innen und beginnt oft bereits im Kleinen. Almira ist 12 Jahre alt und besucht die 6. Klasse an der Grundschule an der Peckwisch in Berlin Reinickendorf. Sie ist Konfliktlotsin und nimmt diese Aufgabe sehr engagiert wahr. Die Befähigung zur Konfliktlösung ist ohne Zweifel eine der wichtigsten Herausforderungen und Aufgaben politischer Bildung. Es ist hervorzuheben, wenn sich schon so junge Menschen für den Prozess der Konfliktlösung interessieren und stark machen.
Almira war in ihrer Funktion als Konfliktlotsin aber nicht nur für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler da. Eines Tages beobachtete sie einen lautstarken und aggressiven Streits auf dem Schulhof zwischen verschiedenen Eltern vor den Augen vieler Schüler*innen und anderer Eltern. Almira stellte sich als Konfliktlotsin vor und bot ihre Hilfe an, wonach die Eltern beschämt reagierten und den Streit beendeten.
Mit der Auszeichnung möchten wir Almira ermutigen sich weiter zu engagieren und zur Lösung von (gesellschaftlichen) Konflikten beizutragen.
Willkommens-AG am Droste-Hülshoff-Gymnasium
Die Willkommens-AG des Droste-Hülshoff-Gymnasiums ist seit eineinhalb Jahren aktiv und setzt sich für ein gemeinschaftliches Zusammenleben von „Neu-Ankommenden“ und „Alteingesessenen“ in Zehlendorf ein, indem sie soziale Aktivitäten wie kochen, Fußball spielen oder kulturelle Veranstaltungen als Ort der Begegnung organisieren.
Zudem veranstaltet die AG Filmabende mit anschließenden Gesprächen über Flucht, Migration, Heimat und Krieg, um für diese Themen zu sensibilisieren und Mitschüler*innen zu motivieren, sich ebenfalls einzubringen.
Für die weitere Unterstützung von Geflüchteten führte die AG Fundraising-Aktionen, wie den Suppenverkauf beim Tag der offenen Tür durch, bei dem der Erlös an die Nothilfe-Arbeit vom UNHCR in Syrien gespendet wurde.
Politik-Zusatzkurs, Beethoven-Gymnasium
Selin, Leon, Parsifal, Rosalia, David, Serpil, Jenny
… sind Schülerinnen und Schüler eines Zusatzkurses Politik am Beethoven-Gymnasium.
Gemeinsam mit ihrem Lehrer haben sie ein Schulprojekt zur Erstintegration junger Geflüchteter auf den Weg gebracht. Dabei entwickelten sie zunächst gemeinsam die Leitfrage: „Sport und Kultur als ein unterschätzter Aspekt für eine erfolgreiche Erstintegration junger Geflüchteter?“. Mit dieser Frage konfrontierten sie prominente Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft wie z. B. Cem Özdemir und Harald Welzer. Die Auseinandersetzung mit der Frage mündete schließlich in eine konkrete Aktion mit jungen Geflüchteten: einen gemeinsamen Nachmittag mit Essen, Sport und einer mehrsprachigen Plakataktion unter dem Motto „Vom Ihr zum Wir“.
Stefanie
Als stellvertretende Schülersprecherin ihrer Schule engagierte sie sich an der Gestaltung des Schullebens und initiierte zahlreiche Projekte, wie „Schule ohne Rassismus“, sowie die Organisation einer Projektwoche gegen Rassismus. Als besonders aktuelles Thema der Diskriminierung und Integration von Geflüchteten drehte sie ein Video dazu und engagierte sich in der Willkommensklasse der Schule im Rahmen des Musikunterrichts.
Sophie und Denis
Sophie und Denis besuchen zurzeit das letzte Jahr der Oberstufe am Sartre-Gymnasium in Marzahn-Hellersdorf.
Sophie und Denis halfen in mehreren Praktika geflüchteten Kindern und Jugendlichen über den Rahmen des regulären Schulunterrichts hinaus bei der Integration in die deutsche Gesellschaft. Sie unterstützen die Geflüchteten bspw. beim Deutsch lernen und boten ihnen viele Freizeitaktivitäten wie Graffiti, Klettern oder Musik.
Gemeinsam mit weiteren Jugendlichen aus Marzahn-Hellersdorf engagieren sie sich für die Auseinandersetzung mit Themen wie Rassismus, Homosexualität und Diskriminierung. So gestalteten beide in den letzten Sommerferien im Kinder- und Jugendbüro Marzahn eine Aktion für das Hellersdorfer Fest „Schöner Leben ohne Nazis“ mit. Zudem planten und führten sie im Jugendhaus Anna Landsberger Workshops zum Thema Diskriminierung durch.
Sophie ist ferner im Jugend Forum-Festival für junge Politik aktiv und organisierte und moderierte 2016 den Wahlzirkus. Bei diesem konnten Politiker*innen durch Mini-Spiele Redezeiten gewinnen, um ihr Parteiprogramm für die Wahl 2016 vorzustellen. Denis engagiert sich zudem im Bezirksschülerausschuss, im Bezirksbeirat, im Landesschülerausschuss und im Jugendhilfeausschuss.
Deutsche Vereinigung für
Politische Bildung e.V.
Landesverband Berlin