Auch in diesem Jahr, zum siebten Mal in Folge, zeichnete der Landesverband Berlin der DVPB aktive Schüler:innen für ihr politisches Engagement aus. In diesem Jahr lautete das Thema: Lokal oder global, vom Kiez bis in die Welt – Wie habt ihr euch im letzten Jahr engagiert?“.

Der Preis wurde am 11.07.2023 in der Landeszentrale für politische Bildung unter der Schirmherrschaft der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und gemeinsam mit dem Landesschüler:innenausschuss (LSA) Berlin übergeben. In diesem Rahmen wurden auch die engagierten Mitglieder des LSA, die dieses Jahr ausscheiden, verabschiedet und geehrt. Besonders erfreut hat uns, dass die Veranstaltung von vielen jungen Menschen besucht wurde. 

Ausscheidende Mitglieder des Landesschüler:innenausschusses wurden von geehrt und verabschiedet.

Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 200 EUR dotiert, welches von der DVPB Berlin zur Verfügung gestellt wurde. Die Jury beschloss neben dem ausgeschriebenen Preis noch zusätzlich vier Anerkennungspreise zu vergeben:

Der Hauptpreis ging an die Organisator:innen der Klimakonferenz der Sophie-Scholl-Schule für ihr kreatives und innovatives Engagement im Bereich Umweltschutz und demokratische Schulkultur. Das Team hat eine Klimavollversammlung organisiert, die allen Schüler:innen ihrer Schule die Möglichkeit bot, sich mittels Expert:innenvorträgen differenziert und kritisch mit der Situation in Ländern des Globalen Südens, Spendenaktionen und der klimapolitischen Lage in Berlin auseinanderzusetzen. Im Anschluss stimmten alle Schüler:innen über Forderungen bezüglich ihrer eigenen Schule ab und verhandelten dabei Themen aus ihrem Schulalltag, wie z. B. veganes Mensaessen und Regelungen von Fehlzeiten während Klimademos. 

Die Jury war begeistert von der durchgehend demokratischen und partizipativen Gestaltung und dem innovativen Konzept, das definitiv ein Vorbild für andere Schulen sein kann. 

Die Organisator:innen der Klimakonferenz der Sophie-Scholl-Schule wurden mit dem Hauptpreis #aktiveSchüler:innen 2023 ausgezeichnet.

Die Schüler:innen der Courage-AG des Goethe-Gymnasiums gewann einen Anerkennungspreis für ihre Spendensammlung für die Ukraine. Gemeinsam mit der Willkommensklasse überlegten die Schüler:innen der Courage-AG, über welche Geschenke sich die Schüler:innen in der Ukraine besonders freuen würden. Die Courage-AG übernahm die Annahme, das Sortieren und Verpacken der Geschenke und baute mit Hilfe des Städtepartnerschaftvereins Kontakt zu zwei Schulen in Charkiw auf, die die Geschenke zu Weihnachten und Neujahr an die Schülerschaft verteilten. 

Für die Zukunft sind weitere Aktionen und Projekte geplant, um den Kontakt mit beiden ukrainischen Schulen auszubauen und Freundschaften über die Grenzen hinweg zu knüpfen. Beispielsweise möchte die Courage-AG online Gespräche über Europa initiieren. 

Das Engagement der Schüler:innen der Courage-AG des Goethe-Gymnasiums Lichtenberg wurde mit einem Anerkennungspreis gewürdigt.

Einen weiteren Anerkennungspreis erhielten die Auszubildenden zur medizinischen Fachangestellten der Klasse M112 des Oberstufenzentrums Gesundheit 1 für ihr Projekt „von Azubis für Azubis – Ideen zur Verbesserung der Ausbildungsbedingung.“ Die Klasse setzte sich differenziert und kritisch mit den Ausbildungsbedingungen auseinander und entwickelte aus ihren Ideen und Erfahrungen ein komplexes Projekt, dass zum einen den Peer-Ansatz verfolgt, zum anderen aber auch in die Arbeitswelt hinein wirkt. Unter anderem haben die Azubis eine Praxis-Börse für Ausbildungsplätze initiiert sowie eigene Qualitätskriterien entwickelt, die sie im Siegel „bester Ausbilder“ zusammenfassen. Zusätzlich formulieren sie konkrete Umsetzungsempfehlungen. Ihre umfangreiche Arbeit hat bereits zu ersten Erfolgen geführt. So stehen die Azubis in einem intensiven Austausch mit der Ärztekammer.

Auszubildende der Klasse M112 des OSZ Gesundheit I erhielten einen Anerkennungspreis für ihre kritische Auseinandersetzung mit Ausbildungsbedingungen.

Anton Hagenbruch vom Humboldt-Gymnasium erhält einen Anerkennungspreis für seine weitsichtigen und vielschichtigen Projekte, die durch den Krieg in der Ukraine dringend benötigt wurden. Anton gründete ein Patenprogramm an seiner Schule, dass es Schüler:innen aus Regelklassen sowie Willkommensklassen erleichtert, sich kennenzulernen. Zudem interviewte er acht ukrainische Schüler:innen, die ihre Geschichte von ihrem Leben vor dem Krieg, am Tag des Angriffs durch Russland und von ihrer Flucht mit ihm teilten. Auf diese Weise entstanden acht wertvolle Zeitzeugenberichte. Die Projekte von Anton zeichnen sich durch eine hohe Eigeninitiative und Empathie aus. 

Anton Hagenbruch vom Humboldt-Gymnasium wurde für Engagement für ukrainische Schüler:innen mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet.

Die Jury zeichnete zudem Henry Thomas, Marie-Jolie Wollradt, Nora Leyla Jordan und Erika Rosenfeld von der Johanna-Eck-Sekundarschule mit einem Anerkennungspreis aus. Sie haben sich auf vielfältige Weise politisch und zivilgesellschaftlich in ihrer Schule und im Bezirk gegen Antisemitismus und Rassismus engagiert. Die Schüler:innen arbeiten regelmäßig und engagiert im Kinder- und Jugendparlament mit, wo sie viel diskutieren sowie eigene Anträge schreiben und diese in den jeweils beratenden Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung einbringen. Zudem hat Erika gemeinsam mit Marie-Jolie einen bemerkenswerten Beitrag zur Ausstellung „Sechzehn Objekte – 70 Jahre Yad Vashem“ geleistet und Marie-Jolie hat eine beeindruckende Recherchearbeit zum Thema „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Wohnen hat Geschichte“ beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eingereicht. Darüber hinaus zeigen alle fünf Schüler:innen als Johanna Botschafter:innen, wie gelebte Zivilcourage in der alltäglichen Praxis funktioniert. 

Schüler:innen der Johanna-Eck-Sekundarschule nahmen einen Anerkennungspreis für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus und gelebte Zivilcourage entgegen.