Die Leitkultur – eine Leidkultur

Unsere Vorsitzende Sabine Achour hat einen Beitrag zu der Leitkulturdebatte in den FRANKFURTER HEFTE der NEUEN GESELLSCHAFT veröffentlicht.

Wo steht der Diskurs über einen umkämpften Begriff?

Die Leitkultur – keiner kann genau sagen, was sie eigentlich ist. Vor knapp 20 Jahren stand sie als Synonym für das christlich-jüdische Abendland, dann auch für das Beherrschen der deutschen Sprache, für Fahne und Hymne (bei der AfD), für (Grund-)Werte, Grundrechte und das Grundgesetz, insbesondere seit den großen Fluchtbewegungen.

Aber auch wenn keiner sie so genau fassen kann, steht sie sicherheitshalber nach den Bundestagswahlen neben zwei anderen gerade gut laufenden Symbolbegriffen – der Obergrenze und dem Patriotismus – im Zehn-Punkte-Plan der CSU. Denn laut den Christsozialen sei in der aktuellen politischen Lage »das Konservative das neue Moderne« und »konservativ ist wieder sexy«. Dieser Zehn-Punkte-Plan lag ebenso wie schon die zehn Thesen zur Leitkultur von Thomas de Maizière der Bild am Sonntag vor. In Kombination beider Top Ten lässt sich damit sagen: Zum sexy sein gehören also die Hand geben und den Namen sagen, auch das Gesicht zeigen, denn wir sind ja nicht Burka. Sollte sich hier demnächst ein wirklicher Trend in Deutschland abzeichnen, ist es sicher gut, dass das gesagt wurde. Aber auch Musikeinlagen bei größeren Festakten sind demnach sexy. Dabei sind schon die zehn Thesen ohne Musik ein Fest für Karikaturisten und Kabarettisten. Wer versucht, die Leitkultur zu konkretisieren und dies als allseits gültige Werte zu proklamieren, bewegt sich schnell auf dünnem Eis.

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Was politische Bildung alles sein kann

Gesellschaft und Politik befinden sich im Wandel. Dies fordert auch die politische Bildung heraus. Die Beiträge dieser Einführung stellen verschiedene Ansätze vor, wie auf diese Herausforderungen – in Theorie und Praxis – reagiert werden kann. Die Bandbreite der vorgestellten Zugänge, Handlungsfelder und Konzepte verdeutlicht, „was politische Bildung alles sein kann“. Weiterlesen…

Plädoyer für die Einführung einer „Koordinationsstelle Demokratiebildung“

In seinem Aufsatz schlägt unser Kollege Steve Kenner die Einführung einer „Koordinationsstelle Demokratiebildung“ an jeder Schule vor. Das Konzept sieht vor, Verbindlichkeiten in Bezug auf das zentrale Schulprinzip politische Bildung herzustellen. Vergleichbar mit der Stelle der Mittelstufen-/Oberstufenleitung übernimmt eine Lehrkraft eine steuernde und beratende Funktion und unterstützt Schüler*innen, Lehrkräfte und Weiterlesen…

Citizenship Education

Konzepte, Anregungen und Ideen zur Demokratiebildung Unser Mitglied Steve Kenner hat gemeinsam mit Prof. Dr. Dirk Lange (Universität Hannover) einen Sammelband herausgegeben. Darin widmen sich neben Vertreterinnen und Vertretern der Fachdidaktik, der Menschenrechtsbildung und der Soziologie, auch Lehrkräfte und politische Bildnerinnen und Bildner aus der außerschulischen Praxis den (globalen) Herausforderungen Weiterlesen…

Rassismuskritische Zivilgesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit

Unser Kollege Steve Kenner hat in der aktuellen Ausgabe der POLIS einen Beitrag zu rassismuskritischen Bildung verfasst. Hier können wir einen kleinen Ausschnitt davon vorstellen. Das ganze Heft kann man hier beziehen und wird unseren Mitglied kostenfrei zugesandt. Hier gibt es den ganzen Beitrag als PDF Eine rassismuskritische Zivilgesellschaft ist Weiterlesen…

Politik problemorientiert: Demokratie und Teilhabe

Unser Kollege Steve Kenner hat gemeinsam mit Kristina Kastner Unterrichtsmaterialien zum Themenfeld politische Partizipation und Demokratieverständnis für die Sekundarstufe I veröffentlicht. In diesem Material wird der Politikzyklus eingeführt und an lebensweltbezogenen Beispielen erarbeitet. Darüber finden sich Unterrichtseinheiten zur politischen Teilhabe, dem Grundgesetz und praxisnahe Beispiele zur Auseinandersetzung mit dem Werturteil Weiterlesen…

Exilland Deutschland?! Herausforderung für die politische Bildung

Tagung der DVPB Berlin und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung Für zunehmend globalisierte Städte wie Berlin mit einem hohen Anteil an Einwohner/-innen ohne Staatsbürgerschaftsrechte und mit einer eher kurzfristigen Bleibeperspektive stellt sich die Frage, wie Konzepte des Zusammenlebens und der Partizipation neu bestimmt werden können: weg von naiven Assimilationserwartungen, Weiterlesen…

Ein Muss für Nahost-Interessierte: „Nahostkonflikt kontrovers“ (M. Niehoff)

Wir haben eine tolle Rezension des Buches Nahostkonflikt kontrovers. Perspektiven für die politische Bildung gefunden, das von Mirko Niehoff, Schatzmeister der DVPB Berlin, herausgegeben wurde. Hier das Fazit der Rezension von Hanspeter Stalder: „Grossartig und überzeugend ist dieses Kompendium mit seinen Analysen und Deutungen des Nahostkonfliktes. Mir ist kein Buch bekannt, welches so umfassend Weiterlesen…

Nahostkonflikt kontrovers

Heutige Literaturempfehlung: Mirko Niehoff (Hrsg.): Nahostkonflikt kontrovers

Der Nahostkonflikt ist ein hochkomplexes und seit Jahrzehnten ungelöstes politisches Problem von globaler Bedeutung. Weltweit wird kontrovers darüber diskutiert, was die Grundproblematiken des Konflikts sind, wie die Rolle und das Verhalten der zentrale Konfliktakteure zu bewerten sind und wie der Konflikt gelöst werden könnte. Hinzu kommt, dass dieser Konflikt als ein Austragungsort und Katalysator diverser individueller und kollektiver Identitäten, politischer und moralischer Selbstverständnisse, emotionaler und erinnerungspolitischer Befindlichkeiten, gesellschaftlicher Erfahrungen sowie ideologisierter Denk- und Deutungsmuster gilt – auch in Deutschland.

Die politische Bildung muss sich sowohl mit der Mehrperspektivität als auch mit zentralen Kontroversen in politischen und fachlichen Diskursen zumindest exemplarisch auseinandersetzen. Und sie muss die Positionierungen zum Nahostkonflikt (in Deutschland) kennen, um diese reflektieren zu können.

Akteurinnen und Akteure der politischen Bildung erhalten mit diesem Band das Rüstzeug für diese Herausforderungen. Sie finden hier:

• einen Überblick über wesentliche Aspekte
• Darstellungen kontroverser und mehrperspektivischer Diskurspositionen
• Beschreibungen und Deutungen zentraler Konfliktakteure
• ein Kompendium der Bedeutung und Thematisierung des Nahostkonfliktes in Deutschland

Autoren/Hrsg.: Mirko Niehoff (Hrsg.)
unter Mitarbeit von: Sabine Achour, Tamar Amar-Dahl, Christoph Dinkelaker, Stephan Grigat,Steffen Hagemann, Wolfgang Heuer, Margret Johannsen, Markus Kaim,Andreas Koch, Johanna Kornelli, Inva Kuhn, Götz Nordbruch, Amina Nolte,Patricia Piberger, Carola Richter, Lars Tittmar, Juliane Wetzel, Moshe Zuckermann
Erscheinungsjahr: 2016
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-7344-0215-9 (Print) / 978-3-7344-0216-6 (PDF)

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