#PBstärken
Endlich kommt Bewegung ins Spiel. Das Fach Politische Bildung soll – so scheint es – schon im kommenden Schuljahr als eigenständiges Fach auf den Stundenplan der Berliner Schüler*innen kommen. Das wäre ein großer Erfolg der jahrelangen Arbeit der DVPB, des Landesschülerausschuss Berlin sowie der Initiative Politik als Schulfach – Initiative für politische Bildung. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat dafür ein Konzept zur Diskussion gestellt. Dieses Konzept würde eine separate Stunde für das Fach Politische Bildung vorsehen. Das ist nicht viel – und weniger als die 2 Stunden die der DVPB Bundesverband als Mindestumfang für das Fach in ganz Deutschland fordert, aber in Anbetracht der Tatsache, dass derzeit de facto gar kein Politikunterricht bis zur Oberstufe stattfindet, wäre das ein Schritt in die richtige Richtung.
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In dem diskutierten Konzept wurde auch die Idee einer Kontingent-Lösung in den Raum gestellt. Die Stunden der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, vor allem aber Geographie, Geschichte und Politische Bildung, sollten dabei in den Jahrgangsstufen 7 und 8 sowie 9 und 10 in Kontingenten über die Halbjahre verteilt werden. Das bedeutet, dass die Schulen entscheiden können, ob in der 7. Klasse etwas mehr Geschichte unterrichtet wird, dafür in der 8. Klasse mehr Politische Bildung und in der 9. Klasse vielleicht ein Schwerpunkt auf Geographie gelegt wird und dafür Politik und Geschichte in Klasse 10 verstärkt unterrichtet werden. Dies ermöglicht den Schulen Freiräume für innovative pädagogische und didaktische Konzepte.
Der Deutschlandfunk hat dazu heute einen Beitrag gemacht. Den Beitrag findet ihr hier.
http://www.deutschlandfunk.de/streit-um-unterrichtsumfang-fachlehrer-protest-gegen-plaene.680.de.html?dram:article_id=407988
Leider ist unser Statement zu diesem Thema nur am Rande eingearbeitet worden. Daher begründen wir hier nochmal, warum wir uns nicht grundsätzlich gegen eine Kontingentlösung positionieren.
Wir finden die Idee der Kontingente verdient es, dass dieses Konzept weiter diskutiert und ausgearbeitet wird, weil es moderne didaktische Konzepte und methodische Zugänge ermöglichen könnte. So gäbe es endlich mehr Freiräume für Projektarbeit und Kooperationen mit außerschulischen Lernorten und Bildungsträgern. Schüler*innen könnten sich in einem bestimmten Halbjahr besonders intensiv mit einem historischen Themenfeld befassen und in einem anderen Halbjahr ein politisches Projekt planen und umsetzen. Dies ist in den 45 Minuten, die den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern sonst oft nur bleiben, kaum zu schaffen. Verbunden ist dies natürlich mit der Voraussetzung, dass die Stunden, die den einzelnen Fächern zustehen auch in der Kontingentlösung verteilt über die Schuljahre unterrichtet und benotet werden.
Das Wichtigste ist, dass bei dieser Lösung ALLE gesellschaftswissenschaftliche Fächer einbezogen werden. Es müssten demnach Politische Bildung, Geschichte, Geographie und Ethik berücksichtigt werden.
(Steve Kenner)